Die Paleo Diät: Essen wie unsere Vorfahren in der Steinzeit, um abzunehmen, ist derzeit schwer in Mode. Was für unsere Urahnen richtig war, muss schließlich gut sein und soll uns nun vor Übergewicht und seinen Folgen bewahren. Ob das Prinzip „früher war alles besser“ auf die Ernährung übertragbar ist und was Sie bei dieser Ernährungsform erwartet, fassen wir einmal für Sie zusammen…

Was ist die Paleo-Diät?

Unter Steinzeiternährung bzw. Paleo-Diät (richtig eigentlich Paläodiät von Paläolithikum, der Altsteinzeit) wird eine Ernährungsweise verstanden, die sich an der vermuteten Ernährung der Menschen der Altsteinzeit orientiert, die als Jäger und Sammler gelebt haben. Größtenteils kommt diese Diätform einer kohlenhydratarmen Ernährung (Low-Carb) nahe, erlaubt sind aber auch Trockenfrüchte (Datteln, Feigen etc.), obwohl diese einen hohen glykämischen Index aufweisen. Es gibt nicht die eine Paleo-Ernährung, sondern es sind verschiedene strenge Versionen bekannt, denn unsere Vorfahren besiedelten ganz unterschiedliche Lebensräume, die unterschiedliche Nahrungsmittel bereit hielten, weshalb es nicht DIE Steinzeiternährung geben kann. Wenn Sie lieber nach wissenschaftlich fundieren Erkenntnissen abnehmen möchten, starten Sie hier mit Ihrer Gratis-Diätanalyse!

Was darf gegessen werden:

Es sollen ausschließlich Nahrungsmittel gegessen werden, von denen angenommen wird, dass sie in der Steinzeit für die Menschen verfügbar waren: Vor allem Fleisch (Wild), Fisch, Meeresfrüchte, Schalentiere, Eier, Obst, Gemüse und Pilze, sowie Kräuter und Nüsse, Esskastanien und Honig.

Zu meiden sind Milch und Milchprodukte, Getreide und daraus hergestellte Produkte wie Brot etc. Klar, es gab weder Viehzucht, noch Ackerbau – Milch und Brot als Übeltäter kommen uns ja ohnehin bekannt vor. Auch auf industriell verarbeitete Produkte wie Fertiggerichte, Zucker, alkoholische Getränke muss verzichtet werden – ohne Industrie keine Fertigwaren, logisch! Strenge Verfechter verzichten zudem auf jegliche Pflanzenöle, moderatere nur auf Öle nicht-steinzeitlicher Pflanzen wie Olive, Mais oder Erdnuss. Stellt sich die Frage, woher diese das nur so genau wissen.

Auch Hülsenfrüchte und Kartoffeln sind verboten. Kartoffeln – ach, das haben wir ja auch schon mal gehört. Schade um die Hülsenfrüchte – sind Linsen und Bohnen doch so gute Lieferanten für pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe.

Als Getränke werden nur Wasser und Kräutertee akzeptiert. Auf den Muntermacher Kaffee müssen wir dann wohl verzichten. Und ob das Teewasser mit einem Wasserkocher zum Kochen gebracht werden darf? Kleine Kompromisse scheinen geduldet zu werden.

Die Idee dahinter:

Vertreter der Steinzeiternährung sind der Meinung, der Mensch habe sich genetisch nicht an die moderne Ernährungsweise angepasst, sondern könne nur verarbeiten, was unseren frühen Vorfahren bereits als Nahrung zur Verfügung stand. So begründen Paleo-Fans das vermehrte Auftreten unserer heutigen Zivilisationskrankheiten. Eine schallende Ohrfeige an die Evolution! Denn Wissenschaftler haben ca. 700 genetische Veränderungen feststellen können, die allein in den letzten 10.000 Jahren aufgetreten sind. Bestes Beispiel: Die Verträglichkeit von Milch bei Erwachsenen, vor allem bei den Nachkommen der Stämme, die vor rund 10.000 Jahren mit der Viehzucht begannen und heute in Europa, Australien und den USA leben. Dort besitzen 80 -90 % der Erwachsenen das für den Abbau von Milchzucker nötige Enzym Lactase. Der Genuss von Milch und Milchprodukten ist für die meisten von uns also kein Problem.

Getreide enthalte die sogenannten Antinährstoffe Gluten und Phytinsäure, die Getreideprodukte angeblich schwer verdaulich machen. Gluten – ja für die wenigen, die an einer Zöliakie erkrankt sind, mag das zutreffen, wir übrigen verteufeln den Weizen eher aufgrund pseudowissenschaftlicher Behauptungen. Phytinsäure allerdings wird durch verschiedene küchentechnische Verfahren, darunter die Teigzubereitung, abgebaut – wie gut, dass das Brotbacken mittlerweile erfunden worden ist.

Dann wäre da noch zu bedenken: Die Steinzeit umfasst einen Zeitraum von rund zwei Millionen Jahren; in diesem Zeitraum lebten verschiedene Spezies unserer Vorfahren in ganz unterschiedlichen Lebensräumen. Daher gab es keine einheitliche „Steinzeiternährung“ und der Fleischanteil war sehr unterschiedlich. Also ist viel Fleisch als Grundlage einer gesunden Ernährung fraglich.

Vorteile der Paleo-Diät:

Ausschließlich frische, naturbelassene Lebensmittel zu essen, frisch zu kochen und auf industriell verarbeitete Produkte zu verzichten ist sehr gut und uneingeschränkt empfehlenswert – funktioniert aber auch bei jeder anderen Ernährungsform!

Auf Zucker und Weißmehlprodukte zu verzichten ist sicherlich sinnvoll und kann die Pfunde schmelzen lassen. Fertiggerichten, Pizza, Burgern und Co. die kalte Schulter zu zeigen, ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Sich mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen und bewusster zu essen ist lobenswert.

Nachteile der Paleo-Diät:

Bei einer sehr strengen kohlenhydratarmen Ernährungsweise können die gleichen Probleme wie bei Atkins-Diät auftreten: bspw. Nieren- und Leberschäden, Verstopfung, Übersäuerung des Blutes (Azidose) durch Ketonkörperbildung (vor allem bei Diabetikern, die bestimmte Medikamente nehmen). Gesunde Menschen können die Paleo-Diät eine Zeit lang ohne gesundheitliche Bedenken durchführen, sollten es aber nicht als Langzeiternährungsweise ausüben, da noch zu wenig wissenschaftliche Studien zur Langzeitwirkung vorliegen.

Ohne Pflanzenöle droht ein Mangel an essentiellen Fettsäuren. Auch gesunde Fette sind wichtig für einen reibungslos funktionierenden Stoffwechsel.

Wer weniger Getreideprodukte wie Müsli und Brot zugunsten von Fleisch isst, hat möglicherweise eine zu geringe Ballaststoffaufnahme. Ballaststoffe haben wiederum positive Wirkungen auf Zivilisationskrankheiten, bspw. spielen sie bei der Prävention von Dickdarmkrebs eine Rolle.

Paleo-Diät im Alltag:

In jedem Fall ist eine drastische Umstellung des Essverhaltens nötig. Restaurantbesuche dürften schwierig werden, es sei denn man äußert dem Kellner bereitwillig seine Sonderwünsche á la „aber bitte ohne…“. Familientauglichkeit? Sehr fraglich – erklären Sie einmal den Kindern, warum es nun Chicken als Ganzes statt panierter Nuggets gibt. Ein paar Lerneffekte könnte es allerdings geben: Fische kommen nicht als Stäbchen auf die Welt und Würstchen wachsen dem Schweinchen nicht unter den Rippen. Gegartes Fleisch pur kommt auf den Tisch. Aber was ist eigentlich mit Salz und Pfeffer?

Mit dem Fleisch ist es auch so eine Sache: Unsere Vorfahren werden kaum das magere Putenbrustfilet verzehrt haben: Ein Tier wurde komplett verwertet. Naja, immerhin müssen keine Fettränder abgeschnitten werden vom Schinken, den Sie sich auf´s Brot legen. Brot? Ach ne, das gab es damals ja auch noch nicht. Also, wohl bekomme das Fleisch pur mit Rohkost und Pilzen.

Vergessen Sie bitte nicht, für den Einkauf mehr Zeit einzuplanen, denn mit dem Auto zum Supermarkt fahren ist natürlich nicht – Sie gehen schön zu Fuß jagen und sammeln. Die Schnecken, die Sie unterwegs finden, dürfen natürlcih mit ins Einkaufskörbchen.

Die Paleo-Diät und der Rest der Welt:

Ob die Paleo-Diät mit moderner Lebensform vereinbar ist, ist unklar, schließlich leben heute sehr viel mehr Menschen auf unserem Planeten, die ernährt werden müssen. Eine überwiegend pflanzliche Kost mit weniger Veredelungsverlusten kann diesem Anspruch eher gerecht werden als eine sehr fleischlastige Kostform. Gutes Karma mit der Paleo-Diät?

VidaVida Fazit zur Paleo-Diät:

Naturbelassene wenig verarbeitete Lebensmittel zu bevorzugen ist klasse – wird ja auch von den Vertretern der Vollwerternährung empfohlen, sowie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Nicht jedem fällt es leicht, auf Brot, Müsli und Joghurt und Käse zu verzichten. Nicht zu vergessen: auch eine überwiegend vegetarische Kostform bietet wissenschaftlich belegbare gesundheitliche Vorteile, auf die man nicht gänzlich verzichten sollte.

Streichen Sie Haushaltszucker, Süßigkeiten und Weißmehlprodukte von Ihrem Speisezettel und Sie tun Ihrer Gesundheit und Ihrer Figur viel Gutes. Der Verzicht auf Getreideprodukte ist aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht notwendig: Bevorzugen Sie die Vollkornvariante – so kommen Sie in den Genuss einer guten Sättigung und reichlich Ballaststoffen. Milch und Milchprodukte müssen Sie nicht meiden, nur um schlank zu werden. Milchprodukte, vor allem Käse, liefern viel Kalzium, das für unsere Knochen wichtig ist und sind ebenfalls gute Eiweißquellen. Wer Milch und Milchprodukte verträgt, darf gern zugreifen und kann auf teure Ersatzprodukte verzichten.

Aufgrund der Einseitigkeit sollten Sie die Paleo-Diät bitte nur über einen kürzeren Zeitraum durchführen. Als Langzeiternährung oder wenn viel Gewicht abgenommen werden soll, ist sie nicht zu empfehlen. Dass die Paleo-Diät funktioniert, ist allerdings klar: Wer auf Zucker, Weißmehlprodukte und Fertiggerichte verzichtet und vermutlich weniger isst als zuvor, kann erfolgreich abnehmen. Aber auch eine Ernährungsumstellung, die weniger dogmatisch uns streng ist, kann gleiche Diäterfolge bewirken. Ob das Ziel, sich besser und wohler zu fühlen, mit der Paleo-Diät erreicht werden kann, muss wohl jeder selbst entscheiden: je besser Sie auf Käse, Kartoffeln, Nudeln, Brot und Gebäck verzichten können und je lieber Sie Fleisch und Fisch mögen, desto besser werden Sie sich mit der Paleo-Diät fühlen.

Wer abnehmen möchte, ohne auf ganze Lebensmittelgruppen verzichten zu müssen, ist mit der VidaVida-Diät besser bedient als mit der Paleodiät: Genießen Sie leichte, leckere Rezepte auf der Grundlage einer bilanzierten Mischkost. Lassen Sie sich einen abwechslungsreichen Speiseplan erstellen, der genau so viele Kalorien liefert, wie Sie zum Abnehmen benötigen – Abnehmen ohne Hunger und Verzicht! Machen Sie jetzt die Diätanalyse!

Noch ein Gedanke zum Schluss: Wussten Sie, dass Steinzeitmenschen im Durchschnitt etwa 25 Jahre alt wurden?!

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