Ölsaaten können den täglichen Speiseplan also gesundheitlich und geschmacklich bereichern.
Unter Ölsaaten versteht man Samenkörner von Pflanzen, die zur Herstellung von Pflanzenöl dienen. Beispielsweise Sonnenblumenkerne aus denen das viel verbreitete Sonnenblumenöl gewonnen wird. Weitere bekannte und in unserer Küche wichtige Saaten sind Sesam, Kürbiskerne, Mohn und Leinsamen. Wir möchten Ihnen diese kleinen Supertalente gerne näher vorstellen.
| Sesam | In Deutschland werden hauptsächlich die beigefarbenen Körner verwendet. Schwarzen Sesam kennen wir eher aus der türkischen Küche, z.B. auf Fladenbrot. Bei den schwarzen Körnern handelt es sich um den naturbelassenen Samen, die beigefarbenen Körner sind mit Hilfe eines chemischen Verfahrens von der brauen Schale getrennt worden, somit haben diese einen niedrigeren Nährstoffgehalt als der schwarze Sesam. Sesamkerne enthalten ca. 50% Fett und ca. 17% Eiweiß. Außerdem sind sie reich an Kalzium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Vitamin B1 und Biotin.
Sesam ist nussig im Geschmack und eignet sich nicht nur als Zutat für Backwaren wie Brot, Brötchen und Gebäck, sondern für Gemüsespeisen, z.B. um Ratatouille zu verfeinern. Auch in vielen asiatischen Gerichten findet Sesam Verwendung.
In der arabischen Küche ist Tahina ein vielverwendetes Produkt, diese Paste aus gemahlenem Sesam, Zitronensaft, Knoblauch und anderen Gewürzen ist die Grundzutat von Hummus. Hummus ist ein Püree, welches aus Kichererbsen hergestellt wird. Sesampaste findet sich aber auch in anderen herzhaften und süßen Speisen. Sesamöl hat in Etwa ebenso viele mehrfach- wie einfachungesättigte Fettsäuren. Da es schnell ranzig wird, sollte Sesamöl im Kühlschrank aufbewahrt werden. Es eignet sich zum Kurzbraten (z.B. im Wok), vor allem aber für die kalte Küche.
| Mohn | Bei uns ebenfalls bekannt aus dem Reich der Backwaren sind die kleinen blau-grauen Körnchen, die ursprünglich aus Westasien stammen und schon in der Antike zur Ölgewinnung genutzt wurden. Die Samen des Schlafmohns schmecken nussig und werden hauptsächlich zum Würzen und Dekorieren von Backwaren eingesetzt, bekannte Beispiele sind Mohnkuchen, Germknödel etc. Sie enthalten ca. 40% Fett und einen hohen Anteil der essentiellen Linolsäure. Mohn ist aber auch reich an Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer. Mangan und Vitamin B1 und Biotin. Übrigens wird Opium aus den unreifen Samenkapseln des Schlafmohns gewonnen, weshalb der Mohnanbau in Deutschland verboten ist.
| Leinsamen | Der Samen des Ölleins wird geerntet, wenn er sich braun verfärbt . angebaut wird die alte Kulturpflanze heute überwiegend in Kanada, Argentinien, Ungarn und Indien. Leinsamen besteht zu ca. 40% aus Fett mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, 2% aus Eiweiß und ca. 7-8% aus Ballaststoffen. Sie sind reich an Vitamin E, Biotin und den Mineralstoffen Magnesium, Eisen und Mangan. Leinsamen finden hauptsächlich Verwendung in Müsli und Backwaren. Leinsamen helfen, die Verdauung zu regulieren, z.B. als Abführmittel bei Obstipation (hierbei ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten).
Außerdem wird aus Leinsamen das würzig schmeckende Leinöl hergestellt. Es hat einen hohen Gehalt an Linolensäure und sollte vorwiegend für Salate verwendet werden. Leinöl ist im Kühlschrank ca. drei Monate haltbar.
| Kürbiskerne | Die kleinen, flachen, ovalen Kerne werden aus dem Fruchtfleisch geöffneter Kürbisse herausgelöst und getrocknet. Sie werden für Backwaren wie Brot und Brötchen verwendet, als Zutat in Müsli oder auch zum Verfeinern von Salaten. Auch roh kann man Sie als gesunden Snack verzehren. Sie bestehen zu ca. 50% aus Fett und zu ca. 35% aus Eiweiß. Weiterhin sind sie reich an Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer und Vitamin E. Kürbiskerne können einer Prostataerkrankung vorbeugen und dies lindern, sowie Linderung bei einer Reizblase bringen.
Kürbiskernöl schmeckt nussig und ist relativ teuer, aber auch überaus wertvoll, denn es hat einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, vor allem Linolsäure. Kürbiskernöl eignet sich nur für die kalte Küche und kann Salate und Dips geschmacklich aufwerten.
| Sonnenblumenkerne | Die Kerne aus den Blütenkörben der Sonnenblume werden hierzulande meist geschält angeboten und in Backwaren, Müsli oder als Knabberartikel angeboten. Auch zum Verfeinern von Salaten oder Gemüsegerichten kann man sie verwenden. Sie haben einen hohen Fettanteil von ca. 50% und liefern dabei hauptsächlich ungesättigte Fettsäuren. Weiterhin enthalten sie Aminosäuren und Mineralstoffe in größeren Mengen: Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer und Mangan, sowie die Vitamine E, B1 und Biotin. Sonnenblumenöl hat einen milden Geschmack und wird neben Speiseöl zur Herstellung von Margarine verwendet. Da Sonnenblumenöl zu 65% aus mehrfachungesättigten Fettsäuren besteht, sollte es nur in der kalten Küche zum Einsatz kommen.
Wegen ihres Reichtums an Mineralstoffen, Vitamin E und wertvoller Fettsäuren sollten Ölsaaten auch in Ihrer Küche Verwendung finden. Bedenken Sie immer, dass es bei Fett, auch wenn es gut ist, auf die Menge ankommt. Oft genügen schon ein bis zwei Teelöffel Ölsaaten um einen Salat oder ein Gericht schmackhaft zuzubereiten.
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