Ernährungserziehung ist nicht einfach. Eltern haben es nicht leicht, sinnvolle Regeln aufzustellen, um den Kindern eine gesunde Ernährung zu vermitteln, ohne dass es ständig „Zoff“ gibt beim Essen…

Am Familientisch gelten bestimmte Sitten und Regeln. Das ist gut und richtig. Doch leider gibt es einige Regeln, die wir als Kinder zu hören bekommen haben, die aber inzwischen ausgedient haben, weil sie ein ungünstiges Essverhalten der Kinder begünstigen können – im schlimmsten Fall sogar dick machen können. Tappen Sie nicht in diese Fallen der Ernährungserziehung und sparen Sie sich (ein wenig) Stress am Familientisch. So bringen Sie Kindern ein gesundes Essverhalten bei:

Diese 5 Regeln haben in der heutigen Ernährungserziehung nichts zu suchen:

1. „Iss deinen Teller leer, dann scheint morgen die Sonne!“

Dahinter steckt die Botschaft, dass wir Eltern möchten, dass unsere Kinder ausreichend von dem essen, was wir zubereitet haben. Sie sollen reichlich „gesundes“ essen und ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Aber: Wer schon als Kind immer aufessen musste, gewöhnt sich daran, stets die gesamte Portion zu essen, auch wenn das Sättigungsgefühl bereits eingesetzt hat. Da sich innerhalb der vergangen Jahrzehnte der Trend der XXL-Portionen in Restaurants und Großpackungen im Supermarkt entwickelt hat, kann ein solches antrainiertes Essverhalten fatale Folgen für die Figur und somit auch für die Gesundheit haben.
Besser: Legen Sie die Regel fest, dass möglichst nur zu den Mahlzeiten gegessen wird. Wer zwischendurch Hunger hat, darf sich am Obstkorb bedienen, die Snack-Schublade bleibt aber verschlossen. So können die Kinder lernen, dass sie sich bei den Hauptmahlzeiten satt essen, da es keine bessere Alternative (Kekse etc.) zwischendurch gibt.

2. „Wenn du das Gemüse nicht isst, bekommst du auch keinen Nachtisch!“

Eltern möchten den Kompromiss erreichen, dass Gemüse gegessen wird und belohnen dieses gute Verhalten mit einem Dessert. Aber: Das Gemüse wird ein Mittel zum Zweck! Der Stellenwert des Nachtischs wird erhöht. Gemüse sollte im besten Fall ein ganz normaler Bestandteil einer Mahlzeit sein und selbstverständlich gegessen werden – ohne Druck.
Besser: Führen Sie die Regel ein, dass jedes Gemüse zumindest probiert werden muss. Wenn ein Kind es als ungenießbar einstuft, akzeptieren Sie dies bitte. Vielleicht halten Sie schnelle Alternativen bereit: Wer den Brokkoli verschmäht, mag vielleicht Rohkost-Sticks von Gurke, Paprika oder eine Handvoll Cocktail-Tomaten. Planen Sie Nachtisch-Tage: Ein besonderes Dessert (Pudding, Eis, Gebäck etc.) gibt es nur dienstags, donnerstags und sonntags. An anderen Tagen gibt es Obst zum Nachtisch.

3. „Iss das Gemüse, denn es ist gesund!“

Was hier wie eine klare Botschaft der Ernährungserziehung erscheint, ist für Kinder alles andere als eindeutig. Denn Kinder können (je nach Alter) mit dem Begriff „gesund“ wenig anfangen, schließlich liegt man nicht gleich krank im Bett, wenn man sich einmal erfolgreich geweigert hat, den Spinat zu essen. Somit ist es für sie keine Motivation etwas zu essen, weil es gesund ist. Je häufiger Kinder diese Aufforderung hören, desto eher verweigern sie das Gemüse womöglich.
Besser: Mehr bewegen können Sie durch Vorleben. Wenn Ihre Kinder sehen, dass Sie gern und häufig Gemüse essen, werden Sie es auch zumindest probieren wollen. Unterstreichen Sie Ihren Genuss vielleicht, indem Sie auch einmal sagen, wie gut Ihnen der Blumenkohl schmeckt oder wie hübsch doch die bunte Gemüsepfanne anzuschauen ist. Auch hier gilt: Probieren muss jedes Kind, bevor es entscheidet, ob es das Gemüse mag oder nicht. Rauspicken der beliebten Sorten bei Gemüsepfannen oder Salat sollte erlaubt sein. Werden Sie nicht müde, gemüsereiche Gerichte anzubieten. Lassen Sie Ihr Kind (wenn es alt genug ist) seine Obst- und Gemüseportion zählen – 5 am Tag sollten es sein!

4. „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!“

Sicherlich können Sie das ewige „Ich mag das aber nicht!“ nicht mehr hören. Verständlich, dass man sich da einmal mit diesen Worten durchsetzen möchte, schließlich ist es nahezu unmöglich bei jeder Mahlzeit den Geschmack eines jeden Familienmitglieds zu treffen. Aber: Kinder fühlen sich mehr wertgeschätzt, wenn man Ihnen Ihren eigenen Geschmack „erlaubt“ und kann Zoff am Tisch vorbeugen, indem man auch einmal sagt „Ich weiß, du magst diese Suppe nicht, aber es ist eines meiner Lieblingsgerichte.“ Denn selbstverständlich darf es auch nicht täglich nur das geben, was der Nachwuchs bevorzugt.
Besser: Planen Sie gemeinsam: Jeder darf ein Gericht für die Woche aussuchen, das dann gekocht wird. Werden nicht sieben Tage abgedeckt, entscheidet die Person, die für das Kochen zuständig ist, was es gibt. Selbstverständlich „dürfen“ Sie auch die Kindergerichte durch einen Salat oder eine Extra-Portion Gemüse bereichern. Mag jemand eine Mahlzeit ganz und gar nicht, darf ein Butterbrot geschmiert werden – Extrakochen ist nicht mehr angesagt.

5. „Bei Tisch wird nicht gesprochen!“

Neben der Nahrungsaufnahme haben gemeinsame Mahlzeiten auch eine soziale Funktion: Ein reger Austausch über das Erlebte oder die Pläne in der Familie sind sehr gut, um das Essen zum Erlebnis zu machen. Aber: Wer Streit anfängt, sollte den Esstisch verlassen.
Heute müsste die Regel lauten: Handy, Fernseher, Radio usw. haben bei Tisch nichts zu suchen, da sie vom Essen ablenken und die Harmonie stören. Wer abgelenkt ist, isst oft mehr als nötig, da Sättigungssignale des Körpers nicht wahrgenommen werden können.

Wir wünschen allen Eltern ein gutes Gelingen bei der Ernährungserziehung der Kinder! Bei Bedarf, falls Ihre Kinder übergewichtig sein sollten, bieten wir bedarfsgerechte Speisepläne für Kinder an, mit denen die Kinder geeignete Portionsgrößen kennenlernen und ihr Gewicht halten können. Bei Kindern, die die Wachstumsphase noch nicht abgeschlossen haben, macht man sich das Wachstum zu nutze, damit die Kinder wieder ihr Normalgewicht erreichen. Unser Berater-Team hilft Ihnen auch zum Thema „Gesundes Essverhalten“ gern individuell weiter.

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